Dies scheint dein erster Besuch hier zu sein. Vielleicht hast du interesse, meinen RSS feed zu abonnieren. Danke für deinen Besuch!

Ist Linux mittlerweile reif für den Desktop?

7. Januar 2010 | Von Kim Hübel | Kategorie: Software

Auf dem Markt der Betriebssysteme herrscht seit Jahren ein wildes Treiben: Windows, Linux und MacOS sind hier die großen Drei, die sich das Feld aufteilen. Heute möchten wir uns die Frage stellen: Ist Linux mittlerweile für den durchschnittlichen Desktop nutzbar?

Wie sieht es aus mit sogenannter “Standardsoftware”?

Im heimischen Bereich gehören wohl mittlerweile Anwendungsbereiche wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, aber auch Bildbearbeitung, Multimedia-Wiedergabe und Internet zu den Hauptanwendungsbereichen (neben dem zeitvertreiberischem Spiel), denen ein durchschnittlicher PC heute gegenübersteht. Wenn wir nun die Softwarevielfalt anschauen, die uns geboten wird, wenn wir Linux nutzen, können wir hinter jeden oben genannten Anwendungsfall mindestens einen Haken machen. Es gibt für die Standardfälle also jeweils mindestens ein Programm oder ein Paket, welches zur Nutzung taugt. Der Vorteil: Häufig sind die Programme bereits von Anfang an Bestandteil der sogenannten Distribution. Nutzer von Ubuntu-Linux (ein Linux, welches Einsteigern sehr häufig zur Nutzung angeraten wird, welches aber auch dem fortgeschrittenen Nutzer immer wieder das Herz aufgehen lässt) zum Beispiel bekommen mit OpenOffice.Org ein komplettes, Microsoft-Office-kompatibles Office-Paket an die Hand, welches ähnlich den älteren Microsoft-Pendanten zu bedienen und dazu noch vollkommen kostenlos ist.

Bei der Bildbearbeitung steht GIMP seinen Mann und braucht hier kommerzieller Konkurrenz nicht zu fürchten, da der Funktionsumfang durchaus Vergleichbar mit einem Photoshop von Adobe ist.

Auch für Sonderfälle brauchbar?

Nun, moderne Linuxdistributionen kommen mit einer Vielzahl auswählbarer und installierbarer Programme daher. Es sollte sich also auch für ausgefallene Anwendungsfälle ein passendes Programm finden lassen. Einziges Problem stellt hier nach wie vor die Unterstützung ausgefallener Hardware dar. So kann es z.B. vorkommen, dass der liebgewonnene Drucker oder die Webcam nicht funktionieren wollen oder aber  für die Satelliten-Empfangskarte gerade nicht die passenden Kernelmodule auffindbar sind.

Häufig lassen sich solche Probleme jedoch in der sehr großen Linux-Community im Web lösen, denn im Grunde steht man ja nicht unbedingt immer als erster mit seinem Problem da.

Die Community oder: User helfen User

Was Linux so stark macht, ist seine Nutzergemeinde. Sofern man also immer noch irgendwie einen Rechner hat, mit dem man ins Internet kann, wird man sicherlich auf einer der wirklich unzählbar vielen Webseiten, Blogs, Foren etc. Hilfe für das spezifische Problem finden. Manchmal kann es zwar ein wenig dauern, bis man sich in der Informationsflut die für sich passenden Infos gefunden hat, aber innerhalb kurzer Zeit wird man “seine” Webseiten gefunden haben, die einem regelmäßig weiterhelfen können.

Die Community lebt vom gegenseitigen Geben und Nehmen. Wer ein Problem hat, schildert dies, wer eine Lösung gefunden hat, gibt diese preis – so entsteht für alle Beteiligten eine Gewinn-Situation.

Frei ungleich kostenlos

Eine Sache sollte man bei der Nutzung von Linux und Open-Source-Software jedoch immer im Hinterkopf haben: Die Software an sich ist frei nutzbar und es entstehen primär zunächst keinerlei Nutzungskosten. Jedoch steckt in den einzelnen Programmen unter Umständen viel Arbeit und Zeit, die entweder ein einzelner Entwickler oder aber ein ganzes Team aufbringen mussten, um das Produkt zu dem zu machen, was es ist. Diese Arbeit sollte man, wenn man ein Programm wirklich regelmäßig nutzt, vielleicht mit einem kleinen Geschenk, einer Spende oder dergleichen an den/die Entwickler würdigen. So motiviert man zum einen die fleißigen Köpfe dazu, weiterhin produktiv und kreativ ihre Programme weiter fort zu entwickeln und man wird zum einen aktiver Teil der “Geben und Nehmen-Kultur”.

Fazit

Wer es wagen möchte, auf seinem Desktop mit Linux zu beginnen, dem sei mit diesem Artikel die größte Angst genommen: Linux ist mittlerweile ein vollwertig nutzbares Desktop-Betriebssystem geworden, welches nicht nur eine große Menge an nutzbarer Software mitbringt sondern inzwischen auch den entsprechenden Konfigurationskomfort gewonnen hat, den man jahrelang vermisst hat. Sollte es dennoch Fälle geben, in denen man zwingend auf Windows-Software zurück greifen muss (z.B. bei der Steuererklärung), gibt es im Netz auch hier Tutotials, wie man solche Software auch unter Linux zum Laufen bringt.

Lesetipps im WWW

Buchtipp zum Thema

Keine ähnlichen Artikel.

Tags: , , , , , , ,

2 Tweets

6 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Ist Linux mittlerweile reif für den Desktop?:
    Auf dem Markt der Betriebssysteme herrscht seit Jahren ein wilde.. http://bit.ly/7CMe2R

    antwortenReply to this comment
  2. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Kim Huebel, Chris Muszalik erwähnt. Chris Muszalik sagte: Ist Linux mittlerweile reif für den Desktop?: Auf dem Markt der Betriebssysteme herrscht seit Jahren ein wilde.. http://bit.ly/7CMe2R [...]

    antwortenReply to this comment
  3. Du hast eine wichtige Frage vergessen: Ist die Software für den durchschnittlichen Desktop-User installierbar?
    Hier muss man klar sagen: Nur wenn es im mitgelieferten Package-Manager auswählbar ist.
    Ansonsten ist die Verbreitung von Linux-Software eine absolute Katastrophe, was wohl auch mit dem permanenten Krieg zwischen den einzelnen Distributionen zusammen hängt.
    Mehr aufwand zur Installation als unter Windows darf nicht notwendig sein – optimal wäre die “Installation” ala OSX (kopieren, fertig).
    Solange sich hier die einzelnen Fraktionen nicht zusammen setzen, und einen einheitlichen Standart entwickeln, sehe ich keine wirkliche Zukunft für Linux als Endanwenderbetriebssystem.

    antwortenReply to this comment
  4. @Christian:

    Hi Chris. Ich muss dir (eingeschränkt) recht geben. Für einen Neueinsteiger ist die Sache mit der Software-Installation, wenn sie nicht aus den Repositories der Distribution vorgenommen werden kann, durchaus verwirrend. Sobald man sich aber mal ein wenig mit der Materie beschäftigt hat, klappt das denke ich aber dann doch schon. Für die führenden DIstributionen werden ja von den Programmen, die man häufig braucht (und die dann wiederum nicht im REPO zu finden sind) Installationsbündel vom Programmierer her angeboten, so dass man sich nur das passende zu seiner Distribution heraussuchen braucht.

    Wie schon erwähnt, es gibt zahlreiche hilfereiche Foren, die einem dann erklären, wie man z.B. unter Ubuntu ein .deb-Paket installiert bekommt.

    antwortenReply to this comment
  5. News on Technikel.de: Ist Linux mittlerweile reif für den Desktop? http://bit.ly/7AJ5ue

    This comment was originally posted on Twitter

    antwortenReply to this comment
  6. Ist Linux mittlerweile reif für den Desktop?:
    Auf dem Markt der Betriebssysteme herrscht seit Jahren ein wilde.. http://bit.ly/7CMe2R

    This comment was originally posted on Twitter

    antwortenReply to this comment

Schreibe einen Kommentar

Additional comments powered by BackType